Nordenham. Die Realschule I will Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage werden. Dazu sind die Jugendlichen bereits auf einem guten Weg. Wie ausgiebig und vielseitig sie sich mit dem Thema beschäftigt haben, präsentieren sie heute von 8.30 bis 11 Uhr zum Abschluss ihrer Projekttage in der Schule den Eltern und allen anderen Interessierten. Von Ellen Reim
Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage ist ein bundesweites Projekt von und für Schülerinnen. Dennis Kloppenburg, Zehntklässler und Schülersprecher an der Realschule I, hörte davon und fand die Idee gut, dass sich auch er und seine Mitschüler gegen Diskriminierung und Vorurteile einsetzen könnten.
Seine Stellvertreterinnen Milena Schröder und Jana Gooßen musste er nicht lange überzeugen – und dann begann die Arbeit. Unterstützt wurden die Jugendlichen dabei von Beratungslehrer Ingo Voss. Zunächst einmal wurden alle Schüler und Lehrkräfte um ihre Unterschrift gebeten.
Damit verpflichteten sie sich, sich für die Überwindung von Diskriminierungen, insbesondere Rassismus, einzusetzen und entsprechend zu handeln. 95 Prozent der Fünft- bis Zehntklässler unterschrieben die Forderungen. „Ein tolles Ergebnis. Nur die, die krank waren, fehlen“, erklärt Lehrer Torsten Lange.
Anschließend machte die Schülervertretung sich Gedanken über die Gestaltung von Projekttagen. „Wir haben uns alle Themen selbst ausgedacht“, betont Jana Gooßen.
Nun reicht das Angebot von internationaler Küche bis zu Tänzen. Informationen über unterschiedliche Religionen stehen ebenso auf dem Programm wie die Beschäftigung mit der Homosexualität, Gewalt, Rechtsextremismus, Kunst oder Diskriminierung im Sport.
Zehntklässler als Kursleiter
Alle Fünft- bis Neuntklässler suchten sich ein Thema aus, zu dem sie am Mittwoch und Donnerstag arbeiteten. Die Ergebnisse die Beschäftigung werden heute in der Schule vorgestellt.
Die Zehntklässler übernahmen die Aufgabe, die einzelnen Workshops zu leiten und zu betreuen. Lehrkräfte sind nur als Zaungäste geduldet. Für einige Themen holten sich die Jugendlichen Fachleute von außerhalb.
Vom „Na Und“ Schwulen- und Lesbenzentrum in Oldenburg kommen drei junge Männer, um mit Acht- und Neuntklässlern über das Thema Homosexualität zu arbeiten. Von der Polizei ist Edwin Krüger mit dabei, der sich mit Prävention befasst. Und auch Eltern bringen ihr Wissen ein, zum Beispiel über den Islam.
„Da ist so mancher Nachmittag draufgegangen“, sagt Dennis Kloppenburg über die intensiven Vorarbeiten. Seine Stellvertreterinnen und er bedauern den Zeitaufwand aber nicht: „Es ist wichtig, dass die Schüler sich mit den Themen befassen. Mobbing gibt es zum Beispiel doch überall“, betonen die drei.
Rund 450 Schülerinnen und Schüler sind bei den 21 Workshops dabei. Damit sie nicht nur wissen, was in ihrer Gruppe erarbeitet wurde, erhalten sie heute alle einen Fragebogen. Damit schauen sie sich die Präsentationen aller anderen Projekte genau an und befassen sich so ein wenig mit allen Themen, die während der Projekttage im Angebot waren.
Und eine gemeinsame Aktion aller Schüler gibt es auch noch: Sie stellen sich mit dem Logo von Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage auf und lassen sich fotografieren.
Quelle: Kreiszeitung Wesermarsch (5. Mai 2011)



