Franzosen geben sich Küsschen
BILDUNG: FranzMobil zu Gast an der Realschule 1 - Schüler bekommen Lust auf Sprache

FranceMobil ist eine Initiative der französischen Botschaft. Die Schüler lernten unter anderem, wie man sich vorstellt.
von Jantje Ziegeler
Nordenham - Wie verabschiedet man sich in Frankreich? „Comment on fait en France?“, fragt Sophie Jean in die Runde der Fünftklässler der Realschule 1. „Hände schütteln“, schlagen einige Schüler vor. – Aber nein, das ist falsch. Vielleicht verbeugen? Klatschen? Auch nicht. Stattdessen gibt man sich ein Küsschen.
Die beiden Schülerinnen, die sich als Freiwillige zur Verfügung gestellt haben, machen es – ganz schüchtern – vor. Noch schüchterner fällt die Demonstration der Verabschiedung zwischen „une fille et un garçon“ aus, also die Verabschiedung zwischen einem Mädchen und einem Jungen.
Einblick in Kultur
Am Freitagvormittag war Sophie Jean von FranceMobil zu Gast bei jenen Realschülern, die Französischunterricht belegen oder überlegen, in der sechsten Klasse damit anzufangen. Grund: „Es wählen immer weniger Schüler Französisch“, hat Tanja Drieling, Fachkonferenzleiterin Französisch, festgestellt. „Wir haben uns überlegt, dass wir etwas machen müssen als Werbung für die fünften Klassen.“ Daher lud sich die Schule die FranceMobil-Referentin ein, die den Schülern einen Einblick in die Sprache und die französische Kultur gab.
„Ich bin seit dem 1. September für ein Jahr in Deutschland“, erklärt Französin Sophie Jean, „insgesamt sind gerade zwölf Referenten in ganz Deutschland.“ FranceMobil ist eine Initiative der Kulturabteilung der französischen Botschaft und der Robert-Bosch-Stiftung. 2004 wurden FranceMobil und DeutschMobil, dem deutschen Pendant, für ihr vorbildliches Engagement in der deutsch-französischen Zusammenarbeit der Adenauer-de-Gaulle-Preis verliehen.
Mit Hilfe einiger Memory-Karten vermittelt die Referentin den Schülern auch französische Wörter, die dem Deutschen sehr ähnlich sind: „Was ist das hier?“, fragt sie zum Beispiel in die Runde, und zeigt die Karte „l’ananas“ in die Runde. „Lannanass“, erklingt es direkt im Chor. Hinter Sophie Jean, die in ihrer Heimat Französisch als Fremdsprache studiert hat, hängt eine bunte Karte an der Tafel, auf der Frankreich und die größeren Städte zu sehen sind.
Besonderer Unterricht
„Das hat alles Spaß gemacht, was sie mit uns gemacht hat“, sind sich die Schülerinnen Melissa und Lara am Ende der Stunde einig. „Wir haben Begriffe gelernt und wie man sich vorstellt: ,Je m’appelle. . .‘, sagt man dann“, erklären die beiden Zehnjährigen. Dass ihnen der besondere Unterricht Lust auf die Sprache gemacht hat, dürfte Lehrerin Tanja Drieling freuen.
Übrigens: Zwei Mädchen, „deux filles“, und auch „une fille et un garçon“ verabschieden sich mit dem besagten Küsschen. Aber was ist, wenn sich „deux garçons“ Tschüs sagen? Sie dürfen sich die Hände schütteln.



