Gemeinsamer Unterricht für alle Kinder
Nordenham. Wenn im Sommer die ersten Fünftklässler in die Oberschule an der Pestalozzistraße eingeschult werden, dann wird es zwischen Kindern, die eine Empfehlung für die Realschule haben, und Kindern, die eine Empfehlung für die Hauptschule mitbringen, in den Klassen keine Trennung geben. Das kündigt Realschulleiterin Heidrun Beck an. Von Ellen Reim
Die Realschule I plant derzeit die Umwandlung in die jüngst beschlossene Oberschule. „Wir wollen integrativ beschulen“, sagt Heidrun Beck. Spätestens zum zweiten Schulhalbjahr soll für die Oberschul-Fünftklässler ein zusätzliches Förder- und Forderangebot stehen. Erst ab Klasse 6 wird es eine Differenzierung im Unterricht geben. In den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch werden Kurse mit unterschiedlich hohen Anforderungen eingerichtet.
Wer gut in Mathe ist, aber nicht in Englisch, besucht dann eben den schwierigeren Mathe-Unterricht und die weniger anspruchsvollen Englisch-Stunden. „Es wird ein problemloser Wechsel zwischen den Kursen möglich sein“, sagt die Schulleiterin. Das Förder- und Forderangebot soll in allen Oberschulklassen bestehen bleiben.
Die Realschule I will beantragen, als Oberschule eine teilweise offene Ganztagsschule zu werden. Derzeit macht die Realschule von Montag bis Donnerstag jeweils bis 15 Uhr ein Angebot, an dem die Schüler teilnehmen können, aber nicht müssen. Künftig sollen zwei Schulnachmittage für alle Oberschüler verpflichtend sein. „Dann kann auch am Nachmittag Unterricht stattfinden“, kündigt Heidrun Beck an.
Klassen werden kleiner
Einen Vorteil der Umwandlung zur Oberschule sieht sie darin, dass die Klassen kleiner werden. Während jetzt in der Realschule bis zu 31 Jungen und Mädchen gemeinsam büffeln, werden es in der Oberschule höchstens 28 sein. Auch wird die Oberschule besser mit Lehrerstunden ausgestattet.
Dennoch wird auch die Oberschule bei der Gestaltung des Nachmittagsangebots auf die Hilfe von Partnern von außerhalb der Schule angewiesen bleiben. „Die Berufsorientierung an den Schulen ist gestärkt worden. Im musisch-kulturellen Bereich ist gekürzt worden. Es wäre toll, wenn uns da jemand unterstützen würde, sei es mit Nachhilfe, Instrumentalunterricht, Malkursen, Aquaristik oder einem anderen tollen Hobby“, sagt Heidrun Beck. Auch mit Organisationen würde die Schule gern zusammenarbeiten.
Vielleicht, so hofft sie, finden sich ja unter den Männern und Frauen, die im Projekt „Schüler schulen Senioren“ von Acht- bis Zehntklässlern lernen, wie der richtige Umgang mit dem Computer funktioniert, zukünftige Mitarbeiter.
Die Kurse, die es an der Schule seit 2004 gibt, erfreuen sich steter Beliebtheit. Derzeit erproben in zwei Gruppen etwa 50 Menschen zwischen Anfang 50 und Ende 70, wie man Mails schreibt, über das Internet telefoniert, einfach nur durch das weltweite Netz surft oder Büroarbeiten am Computer erledigt. Jeder der Computerneulinge hat einen Schüler als Lehrer zur Seite.
Die Realschule I ist eine von etwa 300 Schulen im Land, die solche Kurse anbieten. Unterstützt wird sie seit Kurzem von der Landessparkasse zu Oldenburg, die für Verpflegung und andere Kleinigkeiten aufkommt.
Quelle: Kreiszeitung Wesermarsch, 26. November 2011



