BILDUNG Antrag auf Umwidmung in eine Oberschule – „Lernen in Vielfalt“ ist das Ziel
Die Schulgremien haben dem Konzept zugestimmt. Jetzt muss der Landkreis entscheiden.
mlt / Nordenham - Jetzt ist es offiziell: Die Realschule I beantragt die Umwandlung in die „Oberschule Nordenham“ zum 1. August 2012. Nachdem im Frühjahr die Schulleitung einen entsprechenden Antrag gegenüber dem Schulträger, dem Landkreis Wesermarsch, angekündigt hatte, stimmten nun Schulvorstand und Gesamtkonferenz den Plänen einer internen Arbeitsgruppe zu. Zuvor hatten Elternvertretung und Lehrerkonferenz ihr Einverständnis erklärt.
Konkurrenz zum Gymnasium
Die Realschule I ist nach der Haupt- und Realschule Am Luisenhof die zweite Bildungseinrichtung in Nordenham die sich in eine Oberschule umwidmen lassen möchte. Die Konzepte beider Schulen sehen vor, dass es auch gymnasiale Angebote bis zur 10. Klasse geben soll. Und da liegt der Knackpunkt, weil sich das Gymnasium Nordenham durch die Konkurrenz bedroht sieht. Nun ist der Kreistag am Zug und muss eine Entscheidung treffen.
Grundlage des Antrags der Realschule I ist ein Konzept, das mit „Lernen in Vielfalt – alle Möglichkeiten im Zentrum der Stadt“ überschrieben ist. Demnach möchte die Realschule I, die 1953 als Städtische Mittelschule gegründet wurde, als Oberschule einen integrativen Unterricht anbieten. Das bedeutet, dass alle Kinder – egal, ob mit einer Empfehlung für die Hauptschule, die Realschule oder das Gymnasium – gemeinsam unterrichtet und erst in den Folgejahren nach Leistungen in Kurse oder Klassen aufgeteilt werden.
„Viele Eltern bedauern die frühe Aufteilung der Schüler nach der vierten Klasse“, sagt Rektorin Heidrun Beck. Das neue Schulmodell soll längere Zeit zum gemeinsamen Lernen geben. Um effektiv fördern und fordern zu können, müsse die neue Schulform über einen eigenen Gymnasialzweig verfügen. Leistungsstärke Schüler sollen ab der 6. Klasse im Gymnasialzweig höher qualifizierenden Unterricht erhalten. Die Realschule I und das Gymnasium Nordenham haben bereits einen Austausch der Arbeitspläne in den Hauptfächern vereinbart.
Gegenüber dem allgemeinbildenden Gymnasium in der Nachbarschaft will die Realschule als Oberschule ihren Schwerpunkt im Fach Wirtschaft behalten. Nach der 10. Klasse besteht für die Gymnasialschüler die Möglichkeit zum Übergang in die Oberstufen des Gymnasiums oder der Fachgymnasien in Brake. Ein weiterer Schwerpunkt ist der Bereich Technik.
Die Oberschule ist als „teilgebundene Ganztagsschule“ geplant. Es wird Mittagessen für die Schüler geben, die nachmittags aus einem großen Angebot an Kursen und Arbeitsgemeinschaften wählen können.
Mit Abbehausen abgestimmt
Die Realschule I hat ihren Antrag mit der Hauptschule Abbehausen abgestimmt. Es ist vorgesehen, dass die Hauptschule Abbehausen ab dem nächsten Schuljahr keine neuen Schüler mehr aufnimmt und allmählich ausläuft. Für den zusätzlichen Raumbedarf würde die Realschule I, die zurzeit etwa 500 Mädchen und Jungen besuchen, freiwerdende Klassenzimmer in der benachbarten Berufsschule übernehmen.
Quelle: Nordwest Zeitung (8. Oktober 2011)



