„Richtige Entscheidungen retten Leben“
Vortrag gegen Alkohol im Straßenverkehr beeindruckt
„Wer unter Drogen- und Alkoholeinfluss ein Fahrzeug führt, handelt verantwortungslos. Man gefährdet andere und auch sich selbst.“ Mit diesem Satz leitete der Staatsanwalt Gerold del Boer vom „Bund gegen Alkohol und Drogen“ (B.A.D.S) seinen Vortrag ein. Er sprach am 26. Januar 2012 vor den Neuntklässlern über die Gefahren von Alkohol und Drogen im Straßenverkehr.
Wenn man die Entscheidung trifft nach zwei Bier noch mit dem Auto zu fahren, riskiert man nicht nur sein eigenes Leben, sondern auch das der anderen Verkehrsteilnehmer. Als Beispiel zeigte der Referent einen Film über eine Schülerin: Sie war mit ihren Freunden auf dem Heimweg und erlitt unverschuldet einen Verkehrsunfall wegen eines alkoholisierten Fahrers. Ihre Haut ist vollkommen verbrannt und zwei Freunde starben bei dem Unfall. Der Unfallverursacher wird bis heute von Albträumen geplagt. „Um solche Unfälle zu vermeiden, sollte man Entscheidungen treffen: Wer trinkt keinen Alkohol und fährt oder nimmt man lieber ein Taxi?“ sagte Herr del Boer. Richtige Entscheidungen retten hier Leben.
Doch wie wirkt der Alkohol überhaupt im Körper? Bei einem Abbauwert von 0,15 Gramm pro Stunde ist nach dem letzten Schluck Alkohol erst nach zwei Stunden der Höchstpegel erreicht. In manchen Shops werden Promillekiller angeboten, doch diese seien wirkungslos. Ebenfalls habe der Alkohol auch Auswirkungen auf das Verhalten: Alkoholisierte Menschen verlieren alle Hemmungen, das Sehvermögen zeigt Einschränkungen, Sprachstörungen mit lallender Aussprache und Gleichgewichtsstörungen sind häufig. Zwei Prozent der Menge, die getrunken wird, bleibt in der Mundschleimhaut, 20 Prozent fließen in die Magenschleimhaut und der Rest verbreitet sich über den Dünndarm ins Blut und dann in das Gehirn.
Drogen brauen sich nur langsam ab
Bei den Drogen ist genauso wie beim Alkohol: Sie machen fahruntüchtigt. Herr del Boer zeigte den Schülern in einem Drogenstammbaum, welche Drogen wozu gehören. Haschisch, Marihuana und Cannabis gehören zum Beispiel zu den Coffein-Drogen, Crack ist genau dasselbe wie Kokain und Morphium und Opium gehören zu den stärksten Schmerzmitteln.
Cannabis ist eine Rauschdroge, die aus dem indischen Hanf gewonnen wird. In Cannabis ist eine einzige berauschende Substanz, das THC (Tetrahydrocannabinol). Schon geringe Mengen THC führen zu Stimmungsschwankungen. Das Zeitgefühl und das Raumbefinden lassen nach und manche werden sogar von Übelkeit, Kopfschmerzen oder Kreislaufstörungen geplagt. Typische körperliche Anzeichen sind gerötete Bindehäute, vergrößerte Pupillen und beschleunigter Puls. Erst nach zwei bis fünf Tagen wird die Hälfte des THC abgebaut. Restmengen werden immer noch nach vier Wochen angezeigt. Auch hier sagte er wieder mit ernster Stimme: „Wer Drogen oder Alkohol nimmt, soll kein Auto fahren! Damit gefährdet derjenige alle anderen.“
Mit einer kleinen Diskussion über die (bessere?) Drogenpolitik in den Niederlanden wurde der Vortrag abgeschlossen: Der Nachbarstaat möchte nicht, dass die Einwohner die Drogen untereinander verkaufen und sich illegale Drogen beschaffen. Deshalb verkaufen sie in manchen Coffeshops selbst welche in geringen Mengen.
| Text: Janine Kuck, Kl. 10b |
| Bild: Justin Tönjes, Kl. 10b |



