Theatertag des Wahlpflichtkurses 10

Januar 2012: Es ist tiefster Winter, die Temperaturen sind weit unter Null Grad gefallen. Alle Schüler haben Zeugnisferien. Alle Schüler? Nein, im hohen Norden der Wesermarsch tummelt sich ein Häuflein Realschüler auch an einem freien Tag in der Schule. Das sind die Schüler des Wahlpflichtkurses Theater des zehnten Jahrgangs. Sie übten am „Theatertag“ für ihr Stück „Frühlings erwachen“, das sie am 15. März um 19 Uhr in der Aula aufführen werden.

Um acht Uhr morgens zerschnitt das Geräusch der ratternden Stichsäge die winterliche Stille über dem Gelände der Realschule. Ann-Kathrin Bouda und Janik Bruns schnitten Holzplatten zurecht, um ein Element der Theaterkulisse anzufertigen. „Ohne Handschuhe ist das ganz schön kalt“, musste Janik feststellen.

Wärmer war es da im Kunstraum. Leon Nungesser und Julia Ohmstede malten Mauersteine auf einen Streifen Stoff. Die Grundierungsarbeiten hatten sie schon am Freitag begonnen, nachdem sie die Zeugnisse erhalten hatten. Aber nur das lange Wochenende nach den Zeugnissen ermöglichte, dass die Abtönfarbe auf dem Stoff richtig trocknen konnte.

Kurz nach neun Uhr morgens war das Theaterensemble komplett in der Aula versammelt, auch wenn noch einige recht verschlafen waren. Die Müdigkeit verflog, als erstmals alle in die Kostüme schlüpften. Besonders witzig erschienen viele die Einmal-Schutzanzüge aus dem Baumarkt, die in einer Szene eingesetzt werden. Auch eine Reitgerte und Lederstiefel gehören zur Ausstattung der jungen Schauspieler. Viele von ihnen belegten zum zweiten Mal den Wahlpflichtkurs Theater.

Nach vier Stunden kam der „kleine Hunger“. Eine Gruppe von Schülern sorgte mit einer Großbestellung bei einer örtlichen Imbissbude für die Verpflegung des Teams. Gemeinsam wurden Berge von Pizza verschlungen – schließlich macht großes Theater auch richtig hungrig.

Zum Lachen gab es bei den Proben auch reichlich. Mal ploppte ein Flaschenverschluss nicht richtig auf, die Pannen bei den Liebesszenen sorgten für viel Freude und auch das Sterben muss trainiert werden, stellten die Schüler fest.

Zehn Stunden Arbeit in den Ferien

Nach fast zehn Stunden war dann Schluss. Die restlichen Pizza-Stücke wurden vertilgt und die Aula wieder schulfein gemacht. Bis zur Aufführung gibt es noch einige „Baustellen“, die die Schüler in den nächsten Unterrichtsstunden bearbeiten werden.

„Frühlings erwachen“ ist ein Drama, das ursprünglich von Frank Wedekind 1891 veröffentlicht wurde. Im Stück geht es um Jugendliche und ihre Konflikte mit ihren Eltern, um die Entdeckung ihrer Sexualität und erster Liebe und um die Suche nach ihrer Rolle in der Gesellschaft. Der Kurs spielt den Text in einer Neufassung von Nuran David Calis, der das Drama in eine aktualisierte Fassung für das ZDF umarbeitete.

Karten für das Stück gibt es demnächst bei den Schülern des Wahlpflichtkurses.

 
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